7 Syntheseverfahren 

       

  Ergänzende Informationen 

            Index OCH 

8.1    Sicherheit im Umgang mit Chemikalien (Übersicht)

  Näheres siehe unter Umwelt-online

Zum Schutz von Menschen, Umwelt und Anlagen existieren umfangreiche Gesetzes- und Verordnungswerke. In Deutschland bearbeiten den
Schutz vor Chemikalien:

 
Zu den Wirkungsgebieten gehören z.B.

Die Ausführungsbestimmungen erarbeiten z.B. das Bundesgesundheitsamt, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz, die Berufsgenossenschaften, das Deutsche Institut für Normung (DIN).
 

Die Kontrolle unterliegt z.B.

 Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
 

Vollständige Unterlagen durch: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Lindenstr. 78-80, 53754 Sankt Augustin.
 

8.2   Gefahrensymbole und Gefahrenbezeichnungen; Vorsichtsmaßnahmen

 
Xn 
Mindergiftig (gesundheitsschädlich)  Kontakt mit dem menschlichen Körper, auch Einatmen von Dämpfen vermeiden. Gesundheitsschäden sind bei unsachgemäßer Verwendung möglich. Bei einzelnen Substanzen ist eine krebserzeugende Wirkung oder das Risiko erbgutverändernder oder fruchtschädigender Wirkung nicht völlig auszuschließen. Hierauf wird hingewiesen, ebenso auf die Gefahr einer Sensibilisierung. 
Xi  Reizend  Berührung von Augen und Haut vermeiden, Dämpfe nicht einatmen. 
Ätzend  Durch besondere Schutzmaßnahmen Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden. Dämpfe nicht einatmen. 
 
T; T+ 
T = giftig 
T+ = sehr 
giftig 
Jeglicher Kontakt mit dem menschlichen Körper ist zu vermeiden, da schwere Gesundheitsschäden, evtl. mit Todesfolge nicht auszuschließen sind. Auf die krebserzeugende Wirkung oder das Risiko erbgutverändernder oder fruchtschädigender Wirkung eines Stoffes wird besonders hingewiesen. 
Leicht-entzündlich  Von offenen Flammen, Funken und Wärmequellen fernhalten. 
F+  Hoch-entzündlich  Von offenen Flammen, Funken und Wärmequellen fernhalten. 
Brand-fördernd  Jeden Kontakt mit brennbaren Stoffen vermeiden. Entzündungsgefahr! Ausgebrochene Brände können gefördert, die Brandbekämpfung erschwert werden. 
Explosions-gefährlich  Schlag, Stoß, Reibung, Funkenbildung, Feuer, Hitzeeinwirkung vermeiden. 
Umwelt-gefährlich  (hier nicht behandelt) 

 

8.3    R- und S-Sätze der Gefahrstoffverordnung (Etikett und Sicherheitsdatenblatt)

(Texte teilweise gekürzt, genauere Angaben unter Umwelt-online)

Hinweis auf besondere Gefahren (R-Sätze)

R 1 In trockenem Zustand explosionsgefährlich 

R 2 Durch Schlag, Reibung, Feuer und andere Zündquellen
       explosionsgefährlich 

R 3 Durch Schlag, Reibung, Feuer und andere  Zündquellen
       besonders explosionsgefährlich 

R 4 Bildet hochempfindliche explosionsgefährliche
       Metallverbindungen 

R 5 Beim Erwärmen explosionsfähig 

R 6 Mit und ohne Luft explosionsfähig 

R 7 Kann Brand verursachen 

R 8 Feuergefahr bei Berührung mit brennbaren Stoffen 

R 9 Explosionsgefahr bei Mischung mit brennbaren Stoffen 

R 10 Entzündlich 

R 11 Leichtentzündlich 

R 12 Hochentzündlich 

R 13 Hochentzündliches Flüssiggas 

R 14 Reagiert heftig mit Wasser 

R 15 Reagiert mit Wasser unter Bildung leicht entzündlicher Gase 

R 16 Explosionsgefährlich in Mischung mit  brandfördernden
         Stoffen 

R 17 Selbstentzündlich an der Luft 

R 18 Bei Gebrauch Bildung explosionsfähiger /leicht-entzündlicher
         Dampf-Luftgemische  möglich 

R 19 Kann explosionsfähige Peroxide bilden 

R 20 Gesundheitsschädlich beim Einatmen 

R 21 Gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut 

R 22 Gesundheitsschädlich beim Verschlucken 

R 23 Giftig beim Einatmen 

R 24 Giftig bei Berührung mit der Haut 

R 25 Giftig beim Verschlucken 

R 26 Sehr giftig beim Einatmen 

R 27 Sehr giftig bei Berührung mit der Haut 

R 28 Sehr giftig beim Verschlucken 

R 29 Entwickelt bei Berührung mit Wasser giftige Gase 

R 30 Kann bei Gebrauch leicht entzündlich werden 

R 31 Entwickelt bei Berührung mit Säure giftige Gase 

R 32 Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase 

R 33 Gefahr kumulativer Wirkungen 

R 34 Verursacht Verätzungen 

R 35 Verursacht schwere Verätzungen 

R 36 Reizt die Augen 

R 37 Reizt die Atmungsorgane 

R 38 Reizt die Haut 

R 39 Ernste Gefahr irreversiblen Schadens 

R 40 Irreversibler Schaden möglich 

R 41 Gefahr ernster Augenschäden 

R 42 Sensibilisierung durch Einatmen möglich 

R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich 

R 44 Explosionsgefahr bei Erhitzen unter  Einschluß 

R 45 Kann Krebs erzeugen 

R 46 Kann vererbbare Schäden verursachen 

R 47 Kann Mißbildungen verursachen 

R 48 Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei   längerer Exposition 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze)  

S 1 Unter Verschluß aufbewahren 

S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen 

S 3 Kühl aufbewahren 

S 4 Von Wohnplätzen fernhalten 

S 5 Unter... aufbewahren (geeignete Flüssigkeit *)) 

S 6 Unter... aufbewahren (inertes Gas *)) 

S 7 Behälter dicht geschlossen halten 

S 8 Behälter trocken halten 

S 9 Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren 

S 12 Behälter nicht gasdicht verschließen 

S 13 Von Nahrungsmitteln, Getränken und  Futtermitteln fernhalten 

S 14 Von... fernhalten (inkompatible Substanzen *)) 

S 15 Vor Hitze schützen 

S 16 Von Zündquellen fernhalten - nicht rauchen 

S 17 Von brennbaren Stoffen fernhalten 

S 18 Behälter mit Vorsicht öffnen und handhaben 

S 20 Bei der Arbeit nicht essen und trinken 

S 21 Bei der Arbeit nicht rauchen 

S 22 Staub nicht einatmen 

S 23 Gas/Rauch/Dampf/Aerosol nicht einatmen (geeignete
         Bezeichnung[en] *)) 

S 24 Berührung mit der Haut vermeiden 

S 25 Berührung mit den Augen vermeiden 

S 26 Bei Berührung mit den Augen gründlich mit Wasser abspülen und
        Arzt konsultieren 

S 27 Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort ausziehen 

S 28 Bei Berührung mit der Haut sofort abwaschen mit viel... *) 

S 29 Nicht in die Kanalisation gelangen lassen 

S 30 Niemals Wasser hinzugießen 

S 33 Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladung treffen 

S 34 Schlag und Reibung vermeiden 

S 35 Abfälle und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt werden 

S 36 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung tragen 

S 37 Geeignete Schutzhandschuhe tragen 

S 38 Bei unzureichender Belüftung Atemschutzgerät anlegen 

S 39 Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen 

S 40 Fußboden und verunreinigte Gegenstände mit... *)         reinigen 

S 41 Explosions- und Brandgase nicht einatmen 

S 42 Beim Räuchern/Versprühen geeignetes Atemschutzgerät anlegen (geeignete Bezeichnung[en] *)) 

S 43 Zum Löschen... *) verwenden (wenn Wasser die Gefahr erhöht, anfügen: Kein Wasser verwenden) 

S 44 Bei Unwohlsein ärztlichen Rat einholen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen) 

S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt zuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen) 

S 46 Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder Etikett vorzeigen 

S 47 Nicht bei Temperaturen über ... °C *) aufbewahren 

S 48 Feucht halten mit ...(geeignetes Mittel *)) 

S 49 Nur im Originalbehälter aufbewahren 

S 50 Nicht mischen mit ...*) 

S 51 Nur in gut belüfteten Bereichen verwenden 

S 52 Nicht großflächig für Wohn- u.Aufenthaltsräume zu verwenden 

S 53 Exposition vermeiden - vor Gebrauch bes.  Anweisungen einholen 

 *) vom Hersteller anzugeben 

 

8.4    Toxizität von Chemikalien

Die Toxizität (Giftigkeit) eines Chemikals ist stets mengenabhängig. Weitere Abhängigkeiten sind Expositionsdauer, kumulierende Wirkung und persönliche Empfindlichkeit. Als Kriterium gilt die letale Dosis LD.

Einstufung  letale Dosis Mensch bis...  LD 50 Ratte mg/kg  Inhalation ppm 
extrem toxisch 
hoch toxisch 
mäßig toxisch 
leicht toxisch 
praktisch nicht toxisch 
relativ harmlos 
1 Tropfen 
4 ml 
30 g 
250 g 
1 Liter 
> 1 Liter 
< 1 
1- 50 
50- 500 
0,5 - 50 g/kg 

< 10 
10 - 100 
100 - 1000 
103 - 104 
104 - 105 
> 105 

 

Diese Mengen gelten für einmalige Einnahme. Sehr viel schwieriger ist die Beurteilung der Toxizität bei länger anhaltender Chemikalienbelastung, insbes. Wenn nicht die tödliche, sondern die schädigende Wirkung als Maßstab gilt.
Umwelt- und Gesundheitsschäden treten oft bei sehr viel geringeren Konzentrationen oder bei lang anhaltender Schadstoffbelastung auf. Da jegliche Belastung von Luft, Boden, Wasser mit Chemikalien nicht unterbunden werden kann, setzen Fachkommissionen Grenzwerte fest.

Grenzwerte der Luftbelastung 

Quelle: VDI nachrichten EU: "Richtlinien des Rates 96/62EC, Herbst 97"

Substanz  Tagesmittelwert   in mg/m³  Jahresmittelwert (VDI-MIK; TA-Luft)  in mg/m³ 
Schwefeldioxid  (1000 VDI-MIK)  20 (140) 
Stickstoffdioxid  (200 VDI-MIK)  30-40 (80) 
Feinstaub < 10 m 50 (500 VDI-MIK)  19-30 (75; 150) 
Kohlenstoffmonoxid  (50000 VDI-MIK)     
Ozon  (120 MIK); 180/240 Warnung/Verbote     

 (ohne Gewähr)

POP's (Persistant Organic Pollutants)

Die nachfolgenden 12 Substanzgruppen dürfen weder in den Handel gebracht noch produziert werden, da sie

In Diskussion sind weiterhin: Biozid Tributylzinn (TBT), Endosulfan und Flammhemmer wie Diphenylether.

Quelle: UNO-Konferenz Johannesburg 2000; VDI nachrichten 50(2000)
Das internationale Abkommen zum Verbot von 12 POP's wurde am 23. 05. 2001 in Stockholm unterzeichnet und soll bis 2004 von den Regierungen ratifiziert werden.

 

Begrenzung der Emissionen von Müllverbrennungsanlagen

(EU-Richtlinie von 2001; Quelle: VDI nachrichten 7 (2001)

Für Neuanlagen gelten ab Ende 2002; für Altanlagen ab Ende 2005 die folgenden maximalen Tagesmittelwerte:

Gesamtstaub 10 mg/m3
gas- oder dampfförmige organische Stoffe, gemessen als organisch gebundener Gesamtkohlenstoff 10 mg/m3
Chlorwasserstoff (HCl) 10 mg/m3
Fluorwasserstoff (HF) 1 mg/m3
Schwefeldioxid (SO2) 10 mg/m3
Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2), gemessen als NO2 für bestehende Verbrennungsanlagen mit einer Nennkapazität über 6 t /h oder für Neuanlagen (für Sondermüllverbrennung ab 2007) 200 mg/m3
Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2), gemessen als NO2 für bestehende Verbrennungsanlagen mit einer Nennkapazität unter 6 t /h (für Sondermüllverbrennung ab 2007) 400 mg/m3

Die Verbrennungstemperatur muss mindestens 850 °C betragen, bei Abfällen mit einem Masse-Cl-Gehalt von > 1 % für mindestens 2 Sekunden 1100 °C, um entstandene Dioxine zu zerstören.

8.5  Rechtsgrundlagen für das Inverkehrbringen und die Entsorgung von Chemikalien und Arbeitsstoffen

Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt vor der Einwirkung gefährlicher Stoffe

Darüber hinaus gibt es weitere Gesetzes- und Verordnungswerke, die im Bedarfsfall zu beachten sind, wie z.B.

Die Entsorgung gefährlicher Abfälle wird geregelt im Abfallgesetz des Bundes (AbfG), weiter im Bundesimmissionsschutzgesetz und im Wasserhaushaltsgesetz. Auch zu diesen Gesetzeswerken sind als Ausführungsbestimmungen Verordnungen und Grenzwerte erlassen, z.B. die Technische Anleitung Luft (TA-Luft) oder die Wassergefährdungs-Klassen (WGK).

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

  Ergänzende Informationen 

Definition "Umweltindex"

   Übungsaufgaben 

© Prof. Dr. M. Häberlein in FH Frankfurt, Fb 2, Stg Verfahrenstechnik